Easylon Interfaces - Übersicht

Kommunikation mit LON und EN 14908 Netzwerken

Dem Zugriff auf die Daten des LON oder genauer gesagt des LON Netzwerkes für dezentrale intelligente Automatisierung, dient einer Vielzahl von Easylon Produkten, insbesondere der Easylon Interfaces und der zugehörigen Software.

Design und Leistungsumfang der Easylon LON Interfaces sind auf höchste Ansprüche ausgerichtet.
Dabei legen wir besonderen Wert

  • auf die Einsatzfähigkeit auch für industrielle Anwendungen
  • auf die Unterstützung aktueller Betriebssysteme
  • auf die Unterstützung aktueller Bussysteme und neuer technischer Entwicklungen
  • auf die Verwendbarkeit in LON Netzwerken mit und ohne LNS         
  • auf die Bedürfnisse von Anwendern, die mit eigenen Applikationen auf diese Schnittstellen zugreifen müssen
  • auf den Wunsch nach möglichst einfachem Gebrauch unserer Produkte

Aus diesen Gründen gibt es bei den Easylon Interfaces eine Vielzahl von Varianten, die jedoch auch vieles gemeinsam haben. Diese Gemeinsamkeiten haben wir auf dieser Seite für Sie zusammengefasst.

Sollten Sie die gesuchte Lösung nicht finden, dann fragen Sie einfach bei uns nach! Vielleicht haben wir die Lösung für Ihr Problem bereits für einen anderen Kunden geschaffen.

LON und EN 14908

Unter dem Titel „Firmenneutrale Datenkommunikation für die Gebäudeautomation und Gebäudemanagement - Gebäude-Netzwerk-Protokoll, Teil 1 Datenprotokollschichtenmodell“ beschreibt die Norm DIN EN 14980-1 (US Version ISO/IEC 14908) das der LON Technologie zugrunde liegende Protokoll: LonTalk®. Auf der Basis dieser Spezifikation und unter Lizenz der Echelon Corporation können Netzwerkknoten auch unabhängig vom Neuron Chip®, der ansonsten essentiell einen LON Knoten darstellt, realisiert werden. Gesytec bietet solche Produkte an: Die Interfaces+. Das Plus-Zeichen signalisiert, dass bei ihnen mehr zu erwarten ist als bei den gewöhnlichen LON Knoten.

Interfaces+

Technisch steckt hinter den „Plus“ Produkten die Realisierung von LON auf einem anderen als dem Neuron Chip. Bei den Interfaces bedeutet dies eine Auf­teilung der Schnittstelle in einen physikalischen und einen logischen Teil. In einem solchen Fall spricht man auch von einem Virtual Network Interface (VNI). Für ein typisches Easylon Interface+ stellt sich dies wie folgt dar: Die Karte implementiert die Protokoll-Schichten 1 und 2 der Schnittstelle und der PC die Layer 3 bis 7. 
Daraus resultieren bestimmte Vorteile:

  • Die Performance moderner PCs und Server wird genutzt
  • Ein leistungsfähiger Prozessor und ausreichend Speicher auf der Karte können verwendet werden
  • Der PC empfängt alle Meldungen
  • Eine Zeitstempelung ist möglich
  • Der PC sendet Meldungen mit beliebigen Quelladressen
  • Der PC emuliert bis zu 8 logische Schnittstellen, für die es auch eine eindeutige Node-ID gibt
  • Es wird mit „normalen“ Treibern auf die Schnittstellen zugegriffen
  • Es können mehrere Programme parallel auf die Schnittstellen-Hardware zugreifen
  • Es können 16-, 32- oder 64-Bit Programme genutzt werden

In der Praxis heißt das:

  • Es können alle schon zuvor genutzten PC Anwendungen ohne Än­derung weiter genutzt werden
  • 100%ige Kompatibilität mit Echelon Interfaces
  • Parallele Transaktionen im MIP Modus
  • Bis zu acht Anwendungen können parallel auf das Netzwerk zugreifen. So können neben den normalen Programmen auch noch Netzwerkanalyse und -management durchgeführt werden
  • Es steht eine größere Anzahl von Adresstabelleneinträgen zur Verfügung
  • Es gibt eine leistungsfähige Hardwareschnittstelle
  • Easylon Interfaces+ sind zugleich Basishardware für den Easylon Analyzer

LON Interface Treiber

Unterstützt werden Windows Betriebssysteme von Windows XP bis zu den aktuellen, sowohl für 32- als auch für 64-Bit-Systemen. Dazu gehören auch die Windows CE Versionen. Für einige Karten stehen auch ältere Treiber zur Verfügung. Diese werden allerdings nicht mehr unterstützt und ohne Gewährleistung zur Verfügung gestellt.

Bei Verwendung der Treiber kann der Nutzer die Treibernamen frei vergeben. Das bietet Vorteile sowohl bei älteren Systemen und Anwendungen, die bei Verwendung mehrerer Interfaces systematische Namen verlangen (LON1, LON2, …) als auch in verteilten Anwendungen, bei denen z. B. über RNI auf entfernte Systeme über den Treibernamen zugegriffen wird. Hier lassen sich dann „sprechende“ Bezeichnungen verwenden. 

Linux Treiber werden ebenfalls für die meisten Interfaces mitgeliefert. Sie stehen in verschiedenen Kernel Versionen im Quelltext zum Teil unter GPL Lizenzbedingungen zur Verfügung. 

Treiber Updates und Versionen für neue Betriebssysteme können jederzeit im Download Bereich der Gesytec Webseite herunter geladen werden. Wünschen Sie nicht standarisierte Treiber, dann fragen Sie bitte bei uns nach.  

MIP oder NSI Firmware

Für die Funktion als Netzwerkinterface benötigt der Neuron Chip eine spezielle Firmware. Dazu stehen zwei Varianten zur Verfügung: MIP und NSI. Die NSI Firmware wird benötigt, wenn das Interface von einer LNS basierten Anwendung, wie zum Beispiel einem Netzwerkmanagement Tool, verwendet werden soll. Dies betrifft insbesondere ältere LNS Versionen bis 2.x. Ab LNS 3.x sollte ein Interface+ verwendet werden, da dies eine bessere Performance bietet.

Interfaces mit MIP Firmware können für alle anderen Anwendungen eingesetzt werden. Die Interfaces+ können ebenfalls im MIP Modus betrieben werden.

LON Transceiver

In der Standardversion verfügen Easylon Interfaces über einen Free Topology Transceiver, FTX Smart Transceiver oder auch TP/FT-10. Bei einigen Interfaces gibt es auch Standard Varianten mit RS 485. Je nach Interfacetyp lassen sich auch Varianten mit Transformer Coupled Twisted Pair Transceiver (TP/XF-78 bzw. -1250) oder Direct Connect (DC) Transceiver als OEM Versionen realisieren. Die RS 485 Transceiver der meisten Interfaces bieten eine galvanische Trennung.

Genaueres zu möglichen Transceivern und Treibern finden Sie bei den technischen Angaben zu den einzelnen Interfaces.

Tools für Entwicklung und Inbetriebnahme

Für die Inbetriebnahme der Interfaces stehen diverse Tools zur Verfügung. Mit ihnen können evtl. auftretende Probleme schnell eingekreist werden. Entwickler wissen es zu schätzen, dass die Easylon Interfaces einen Debug Modus unterstützen, der das Testen neuer Applikationen erleichtert.

EasyCheck zum Beispiel ist ein kleines und vielseitiges Programm für Setup und Diagnose der Easylon Interfaces. Grundlegende Tests und Kon­figurationen, wie das Einstellen von LON Adresse, Modus und Buffer, können einfach mit EasyCheck durchgeführt werden. Kommunikationstests erfolgen durch das Senden und Empfangen von Service Pin Meldungen. Ein weiteres Feature ist das Scannen der Domain auf vorhandene Knoten. Die „Perfomance Tests“ vergleichen die Geschwindigkeit von zwei Interfaces. EasyCheck zeigt zudem auch die Versionen aller auf dem PC installierten Easylon Softwares an.

Easylon Interface Management Center bietet alles, was zur Konfiguration von Easylon Interfaces erforderlich ist. Das betrifft nicht nur PC Einsteckkarten und externe LonTalk Adapter, sondern erstreckt sich auch auf das Easylon Remote Network Interface (Easylon RNI) und auf das Easylon IP Interface+, die Softwareschnittstelle für LON zum IP Kanal.

Beide Programme gehören zum Lieferumfang der Easylon Interfaces.

WLDV32.dll

Die zum Lieferumfang der Easylon Interfaces gehörige WLDV32.DLL bietet ein 32-Bit Treiber Interface für Windows Betriebssysteme einschließlich CE. Unter dem Namen dieses Programmpaketes ist mittlerweile auch die Version für 64-Bit Anwendungen verfügbar. Diese DLL kann zur Verwendung mit Interfaces anderer Hersteller auch separat erworben werden.

Remote Network Interface (RNI)

Diese Software für den Fernzugriff von einem vernetzten PC (LAN, Internet) über TCP/IP auf LON Interfaces am Netzwerk gehört ebenfalls zum Lieferumfang der Easylon Interfaces. Wenn Sie von Ihrem PC aus Netz­werkmanagementaufgaben an einem weit entfernten LON Netz aus­führen wollen, ist dies die eleganteste Lösung: Weiteres dazu finden Sie in einer separaten Produktbeschreibung.